Diakonie im Landkreis

Armut auf dem Land: Welcome schafft neue Kontakte

Evangelische Kirchengemeinde und Diakonieverband Schwäbisch Hall haben die Stunde genutzt. Mit Unterstützung des Fonds „Inklusion leben“ haben sie im leerstehenden Kindergarten die Begegnungsstätte „WELCOME Blaufelden“ mit Begegnungscafé, Verkauf von gebrauchter Kleidung und Haushaltswaren sowie Reparaturwerkstatt eingerichtet. Unter großer Beteiligung der Blaufeldener Bevölkerung, im Beisein von katholischen und evangelischen Kirchengemeinderäten, Gemeinderäten der bürgerlichen Gemeinde und Bürgermeisterin Weber wurde die Einrichtung im Anschluss an einen ökumenischen Gottesdienst an Pfingsten 2018 eröffnet. Dekan Siegfried Jahn und Pastoralreferent Felix Edelmann zählten ebenso zu den Gästen wie der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werkes Württemberg. Gaby Hopfinger, stellvertretende Geschäftsführerin des Diakonieverbands und die Leiterin von WELCOME, Vera Gropper, berichten:

„Der leerstehende Kindergarten in Blaufelden war ein idealer Raum, um den lang gehegten Wunsch nach einem gemeindenahen Begegnungs- und Versorgungsangebot in die Tat umzusetzen. Zudem formulierte der Freundeskreis Asyl den Wunsch nach einem Treffpunkt. Alleine das Sozialraumprofil von Blaufelden/Schrozberg/Rot am See zeigte, das im Jahr 2016 rund 330 Menschen von Hartz leben. Die Zahl der Flüchtlinge in den Unterkünften dieser Gemeinden betrug im Januar 2017 rund 140 Personen. Die Zahl Kinder, die nur mit einem Elternteil aufwachsen, ist überdurchschnittlich hoch. Auch der Bedarf an Begegnung von Menschen, die entweder alt oder einsam sind oder eine Behinderung haben, dürfte aufgrund des demografischen Wandels auch in Blaufelden/Schrozberg/Rot am See hoch sein.

Im „WELCOME“ treffen sich jetzt junge und ältere Menschen, Habende und Nichthabende, Menschen mit und ohne Behinderung, alleinerziehende Frauen und Männer, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Neubürger und Neubürgerinnen und „alt“ eingesessene Bürger und Bürgerinnen, kirchennahe und kirchenferne Mitbürger und Mitbürgerinnen sowie Menschen, die ehrenamtlich tätig sein möchten.

Unser Vorteil: Die Räumlichkeiten waren schon vorhanden, mussten jedoch umgebaut werden. Hauptträger der Einrichtung ist die Evangelische Kirchengemeinde Blaufelden. Partner waren die Katholische Kirchengemeinde Blaufelden und der Diakonieverband, der die operative Arbeit für eine begrenzte Zeit hauptamtlich übernahm. Die Projektfinanzierung erfolgte durch den Fonds „Inklusion leben“ und „Aktion Mensch“.

Wir merken: Alle Angebote werden sehr gut angenommen. Die Öffnung ist immer Mittwochs 14.30 bis 17 Uhr – es sind durchschnittlich 50 Besucher da. Die Besucher kommen – wie beabsichtigt – aus unterschiedlichen Gruppierungen: Bewohner des Ortes und seiner umliegenden Gemeinden, Alte, Junge Menschen mit und ohne Behinderung, Neubürger, Alteingesessene, Asylsuchende. Und es ist eine neue Kooperation mit der Tagesstätte der Samariterstiftung entstanden. Bis auf einen kleine Anteil Hauptamt für die operative Arbeit wird alles im Ehrenamt geleistet – vom Umbau des Gebäudes über den Verkauf, Reparaturwerkstatt bis zum wöchentlichen Mitbringen eines selbst gebackenen Kuchens für das Café. Hier wird sehr viel geleistet – jedoch muss dieses Ehrenamt auch entsprechend beworben und man muss sich um die Menschen kümmern.“

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